08.02.2026: Gedenken an die Bremer Räterepublik
Es war ein Moment, in dem die Geschichte für einen Wimpernschlag lang den Atem anhielt. Während der Rest Deutschlands im Chaos der Nachkriegszeit versank, wagten die Arbeiter*innen, Matrosen und Soldaten in Bremen das Undenkbare: den radikalen Bruch mit dem Bestehenden. Am 10. Januar 1919 riefen sie die Bremer Räterepublik aus – ein mutiges Experiment der direkten Demokratie und ein Leuchtturm der Hoffnung für die internationale Arbeiter*innenbewegung.
In einer Zeit, in der die parlamentarische Demokratie noch in den Kinderschuhen steckte und die alten Eliten des Kaiserreichs bereits an ihrem Comeback arbeiteten, setzten die Bremer Rätedemokrat*innen auf die Selbstverwaltung von unten. Es ging nicht nur um Brot und Frieden, sondern um die fundamentale Frage der Macht: Wer sollte die Gesellschaft gestalten? Die Antwort der Bremer Räterepublik war ebenso klar wie revolutionär: Alle Macht den Räten.
Doch dieser Traum vom „roten Bremen“ war den herrschenden Klassen ein Dorn im Auge. Zwischen den Idealen der sozialen Gerechtigkeit und der brutalen Realität der heraufziehenden Konterrevolution entfaltete sich ein Drama, das bis heute wichtige Lehren für die emanzipatorische Linke bereithält. Am 4. Februar 1919 wurde die Bremer Räterepublik, angeführt von der Reichsregierung unter Führung der SPD, blutig niedergeschlagen.
Einmal im Jahr wird auf dem Waller Friedhof, am Hauptmahnmal für die Gefallenen der Bremer Räterepublik, an das damalige Geschehen erinnert – dieses Mal unter Beteiligung des MC Kuhle Wampe.














